Erklärt - Kurz & prägnant

Optionen bei Tierhaarallergie: Karenz und Therapiemöglichkeiten

03/19/2018
Dr. med. Jürgen Palm

Viele Allergologen empfehlen Ihnen die konsequente Vermeidung der Allergie-Auslöser. Dies ist medizinisch absolut korrekt. Gerade bei einer Tierhaar-Allergie ist dies aber oft sehr schwierig, da eine enge Bindung zu dem Tier besteht oder durch den Beruf (z. B. ambulanter Pflegedienst) Tierkontakt nicht vermeidbar ist.

Andererseits sollte Ihnen die eigene Gesundheit am Herzen liegen. Aus einer Tierhaarallergie kann Asthma entstehen, eine sehr ernstzunehmende Erkrankung. Menschen mit Katzenhaar-Allergie haben diesbezüglich ein deutlich erhöhtes Risiko, da die Allergene sehr klein sind und mit der Luft in die Lunge gelangen.

Medikamente lindern nur die Beschwerden

Ihre Beschwerden können Sie durch verschiedene Medikamente (z. B. Kortison-Nasenspray) lindern. Wenn Sie Ihre Katze im Haus behalten, bleibt die Ursache (Allergenquelle) aber bestehen. Allergie-Beschwerden und möglicherwiese Asthmasymptome können zunehmen und als Folge brauchen Sie immer mehr antiallergische Medikamente.

 Selbst die Trennung von der Katze garantiert Ihnen aber noch keine vollständige Heilung. Katzenhaare finden sich praktisch überall. Sie werden in öffentlichen Verkehrsmitteln, am Arbeitsplatz und sogar in Haushalten gefunden, in denen noch nie eine Katze lebte.

Bedeutung für Patienten

Durch die Abgabe des Tieres verringert sich die Allergen-Menge in ihrer Umgebung. Vor allem in Textilien sind diese aber noch lange - insbesondere bei Katzenhaltern - vorhanden. Zunehmende Bedeutung bei einer Tierhaar-Allergie erlangt die spezifische Immuntherapie (SIT).

Bei einer Katzenhaar-Allergie sind Wirksamkeit und Verträglichkeit der SIT in älteren Studien überprüft worden. Viele Ärzte empfehlen aber dennoch eine Trennung vom Haustier und sind bei der Verordnung einer spezifischen Immuntherapie gegen Tierhaare eher zurückhaltend.

Spezifische Immuntherapie (SIT) gemeinsam mit Arzt planen

Die SIT kann in Form von Spritzen unter die Haut oder in Tropfenform unter der Zunge durchgeführt werden. Studien zur Wirksamkeit liegen aber vorwiegend für die Variante mit Spritzen vor. Welche Behandlung für Sie ideal ist, kann Ihnen Ihr Arzt erklären.

Beide Varianten dauern etwa drei Jahre, wobei Sie die Spritzen in der Praxis erhalten. Nach der Behandlung sollten Sie noch dreißig Minuten zur Beobachtung in der Praxis bleiben. Die Tropfen für unter die Zunge können Sie zu Hause anwenden.

Am Behandlungstag Allergene meiden

Auf jeden Fall müssen Sie darauf achten, dass Sie zu Beginn der SIT und an den Behandlungstagen keine Asthma-Beschwerden haben. Daher sollten Sie an diesen Tagen den Kontakt mit Ihrem Haustier (z. B. Katze) möglichst meiden und Ihre Umgebung allergenarm gestalten.

Ein regelmäßiges Waschen Ihrer Katze kann die Allergen-Menge im Fell reduzieren. Bedenken Sie aber, dass Katzen meistens äußerst wasserscheu sind und diese Maßnahmen meist nicht ausreichen, um beschwerdefrei zu werden.

Dr. med. Jürgen Palm (Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde)
Rückersdorfer Strasse 61, 90552 Röthenbach
E-Mail: info@doc-hno.de
http://www.doc-hno.de/

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