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Eschenpollenallergie: Bedeutung und Behandlungsmöglichkeiten

08/17/2018
Dr. med. Dominik Brors

Die Gemeine Esche ist vorrangig in Mitteleuropa nördlich der Alpen und in Südskandinavien verbreitet. Ihre Pollen werden durch den Wind verbreitet und können daher über weite Strecken transportiert werden. Die Eschen blühen von Mitte März bis Ende April. Die Pollen sind teilweise noch im Mai nachweisbar.

Eschenpollen wurden lange unterschätzt

Lange Zeit wurden die Eschen-Pollen als Allergie-Auslöser unterschätzt, denn die Pollenflugzeit überschneidet sich mit der der Birkenpollen. Letztere sind in Deutschland die bedeutendsten Pollen einer Baumart.

Die Eschen weisen keine nahe Verwandtschaft zu den häufig Allergie-auslösenden Bäumen Birke, Erle und Hasel auf. Vielmehr gehören sie zu einer anderen Familie, den Ölbaumgewächsen. Zu dieser zählen z. B. auch Olivenbäume, Flieder und Jasmin.

Diagnostik einer Eschenpollenallergie

Ihr behandelnder Arzt (Allergologe) wird Sie fragen, wann im Jahr Sie welche Art von Beschwerden haben. Er kann verschiedene Tests auf der Haut oder im Blut durchführen. Falls Sie positiv auf Eschenpollen reagieren, kann zusätzlich ein Provokations-Test durchgeführt werden. Hierzu erhalten Sie eine Allergen-Lösung direkt auf die Nasenschleimhaut. Wenn Sie hierauf positiv reagieren, gilt die Diagnose als bestätigt.

Bedeutung für Patienten

Im Frühjahr können Sie Eschenpollen nur schwer ausweichen, denn die Pollen sind in großen Mengen in der Luft enthalten. Da Esche und Olivenbaum nah miteinander verwandt sind, kann Ihnen auch ein Urlaub in der Mittelmeerregion Probleme bereiten, obwohl der Pollenflug der Esche bereits vorbei ist.

Auch in Deutschland werden immer häufiger die dekorativen Olivenbäume aufgestellt. Die Olivenpollen fliegen im Mai und Juni, also im Anschluss an die Eschenpollensaison. Falls die Diagnose einer Eschenpollen-Allergie bestätigt ist, gibt es verschiedene Therapie-Optionen.

Spezifische Immuntherapie bekämpft Ursache

Sie können antiallergische Medikamente (Antihistaminika) einnehmen und so die Symptome reduzieren. Hierdurch wird die Ursache der Allergie aber nicht behandelt. Dies ist ausschließlich mit der spezifischen Immuntherapie (SIT) – auch Hyposensibilisierung genannt – möglich. Die SIT führt dazu, dass sich Ihr Immunsystem an die Pollen gewöhnt.

Spezifische Immuntherapie gemeinsam mit Arzt planen

Bei einer SIT erhalten Sie die Allergie-auslösenden Stoffe (Allergene) in steigender Dosierung verabreicht. Ihr Immunsystem kann sich so an den Kontakt zu gewöhnen und eine Toleranz entwickeln. Es gibt zwei Möglichkeiten für die Durchführung einer SIT:

  1. Die subkutane SIT: Sie erhalten hierbei regelmäßig Spritzen mit dem Allergen. Dies erfolgt in der Praxis. Nach der Behandlung sollten Sie noch dreißig Minuten zur Beobachtung in der Praxis bleiben.
  2. Die sublinguale SIT: Hier erhalten Sie die Medikamente in Form von Tropfen oder Tabletten. Diese nehmen Sie täglich zu Hause ein und geben sie unter die Zunge. Hier sollten die Allergene etwa zwei Minuten verbleiben.

Beide Therapieformen dauern rund drei Jahre. Welche Variante für Sie am besten ist, wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen.

Behandlung rechtzeitig starten

Damit Sie bereits im ersten Behandlungsjahr eine Besserung verspüren, sollte die SIT ca. drei bis vier Monate vor dem Pollenflug der Esche begonnen werden. Fragen Sie Ihren Arzt!

Priv. Doz. Dr. med. Dominik Brors (Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde)
Husener Str. 48, 33098 Paderborn
Mail: drbrors@t-online.de
https://www.hno-brors.de

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