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Allergie gegen den saisonalen Schimmelpilz Alternaria alternata: Klinische Relevanz und Behandlungsmöglichkeiten

05/18/2018
Dr. med. M. Esmandar

Alternaria alternata (auch Schwärze-Pilz genannt) ist eine Schimmelpilz-Art. Sie verbreitet sich über Sporen. Dabei handelt es sich um Einzelzellen, die sich vom Mutter-Organismus lösen und zu einem neuen Lebewesen entwickeln können. Sporen werden durch die Luft verbreitet. Auf diesem Weg nehmen wir sie mit der Atemluft auf.

Wenn Sie nicht allergisch sind, verursacht dies normalerweise keine Beschwerden; die meisten Schimmelpilze sind harmlos. Einige Personen reagieren bei Kontakt mit den Sporen von Alternaria alternata allergisch. Sie klagen über Schnupfen, juckende und tränende Augen sowie Husten bis hin zu Asthma.

Alternaria alternata liebt Wärme und Feuchtigkeit

Alternaria alternata tritt saisonal auf und bildet seine Sporen vorwiegend in der Zeit von Juni bis September. Erhöhte Sonneneinstrahlung verstärkt die Sporenbildung zusätzlich. Auch nach Sommergewittern kann die Sporenbelastung erhöht sein.

Optimale Bedingungen zum Wachstum liegen bei einer Temperatur von 21 bis 27 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 95 Prozent. Im Sommer messen Experten teilweise über 10.000 Alternaria-Sporen pro Kubikmeter Luft. Starke jährliche Schwankungen sind dabei zu berücksichtigen.

Vorkommen von Alternaria

Sie finden Alternaria vor allem im Außenbereich. Die Pilze besiedeln hauptsächlich Getreide, abgestorbene Pflanzen und Laub. Außerdem ist der Schimmelpilz auch auf Gemüse zu finden. Zudem kann Alternaria alternata auch in Innenräumen nachgewiesen werden. Vor allem Textilien, Fensterrahmen und Wände sind gefährdet.  

Diagnostik einer Alternaria-Allergie

Die Diagnostik ist nicht einfach, da sich die Sporenbildung mit dem Pollenflug vieler Gräser und Kräuter (z. B. Beifuß) überschneidet. Um hier tatsächlich unterscheiden zu können, führt Ihr Arzt zusätzliche Tests durch. Die Basis ist der Hauttest (Pricktest) und/oder eine Blutuntersuchung.

Wenn Sie gegen Alternaria allergisch sind, finden sich in Ihrem Blut Antikörper (spezifisches IgE). Sind Haut- und Bluttest positiv, erfolgt zum Beweis der Allergie eine Provokations-Testung. Hierzu erhalten Sie Allergenextrakte von Alternaria in die Nase. Treten dann Beschwerden auf gilt die Diagnose als gesichert.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die beste Methode ist die Kontaktvermeidung mit Alternaria-Sporen. Da diese überall vorhanden sind, wird Ihnen dies nicht vollumfänglich gelingen. Gegen die akuten Beschwerden können Sie antiallergische Medikamente einnehmen.

Diese wirken aber nur kurzzeitig und unterdrücken lediglich die Symptome und nicht die Ursache. Die Wurzel Ihrer Allergie können Sie durch die spezifische Immuntherapie (SIT) bekämpfen. Das Verfahren ist auch unter dem Namen Hyposensibilisierung bekannt.

Welche Therapieform ist für Sie die richtige?

Die SIT gegen Alternaria kann in Form von Spritzen oder Tropfen bzw. Tabletten verabreicht werden. Für eine Spritzentherapie sind regelmäßige Arztbesuche über einen Zeitraum von etwa drei Jahren erforderlich. Tropfen- bzw. Tabletten können Sie selbstständig zu Hause einnehmen. Dies muss ebenfalls täglich über drei Jahre hinweg erfolgen.

Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, ob eine spezifische Immuntherapie durchgeführt werden kann und welche Therapieform für Sie in Frage kommt.

Bedeutung für Patienten

Wenn die Ursache Ihrer Allergie erkannt ist und behandelt werden kann, bedeutet dies für Sie eine große Erleichterung. Die SIT mit Alternaria führt bei vielen Patienten zu einer deutlichen Minderung der Symptome und sollte über einen Zeitraum von drei Jahren durchgehend erfolgen.

Schimmelpilzbelastung reduzieren

Bei Aufenthalt im Freien oder Arbeiten im Garten – insbesondere im Sommer und nach Gewitterregen – sollten Sie überprüfen, ob Ihre Beschwerden zunehmen. Ist dies der Fall ist, vermeiden Sie Gartenarbeiten zu dieser Jahreszeit besser.

Mit einigen Tricks können Sie zudem die Schimmelpilz-Belastung in Ihrer Wohnung reduzieren. Hierzu gehören insbesondere folgende Maßnahmen:

  • regelmäßiges Durchlüften, wodurch die Luftfeuchtigkeit gesenkt wird
  • Entfernung von sichtbarem Schimmel an den Wänden
  • Verzicht auf Topfpflanzen (Lebensraum für Schimmelpilze)
  • Leicht verderbliche Lebensmittel (Obst, Gemüse und Brot) nur kurz und möglichst im Kühlschrank aufbewahren
  • Abfallbehälter regelmäßig leeren

 

Dr. med. Mohammed Esmandar (Facharzt für Innere medizin, Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie)
Mariendorfer Damm 1-3, 12099 Berlin
Mail: Dr.Esmandar@t-online.de
http://www.hautarzt-stockmeier.de/index.php

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